Geschichte

Am 18. Dezember 1753 wurde der Junggesellenverein „St. Georg“ von 17 jungen Männern zu Ehren des hl. Georg, Schutzpatron der Pfarrkirche und seit ca. 1650 in Löhndorf verehrt, gegründet. Die Gründungsniederschrift schrieb damals ein Mann namens Johannes Abell, der wohl der 1. Präsident des Vereins war. Damals lebten in Löhndorf 270 Einwohner, wie alten Kirchenbüchern zu entnehmen ist.

Ab 1753 finden sich jedes Jahr Eintragungen, wer den Vereinsbeitrag gezahlt hat und wer ihn noch schuldig war. Um 1760 wurde der erste Maibaum aufgestellt. Die Chronik berichtet, dass jedes Jahr zu Georgie eine St-Georgius-Kerze in der Kirche aufgestellt wurde. Im Jahr 1758 wog die Kerze 14 ½ Pfund. Jedes Jahr wurde das Gewicht der neuen Kerze vermerkt.

Die Chronik wurde dann 1790 fortgeführt.  Im Jahr 1829 lassen die Junggesellen ihren bisher verstorbenen Mitgliedern ein Seelenamt halten. Von dieser Zeit an wurden an Georgie festzugähnliche Umzüge gestaltet.

Zu diesem Zweck wurden im Jahr 1852 zwei Fahnen und zwei Schärpen erworben. Außerdem wurden ein Hauptmann und zwei Offiziere gewählt. Das Offizierscorps, dessen Mitglieder seit jeher Zylinder und Gehrock trugen, wurde durch zwei Fähnriche und den Major der Musik, den heutigen Tambourmajor des  Tambourcorps, das damals noch Teil des Junggesellenvereins war, komplettiert.

Für die Wahl der Fähnriche wurde eine Satzung geschaffen. Danach kamen für den Posten des Fähnrichs nur Junggesellen in Frage, die in besonderem Maße charakterlich gefestigt waren und sollte der Fähnrich nach seiner Wahl sich etwas zu Schulden kommen lassen, so musste er den Verein verlassen und die Fahne zurückgeben.

Die Kirchenfahne wird seit jeher nur dreimal im Jahr geschwenkt, und zwar an den Kirmestagen zu Ehren des hl. Georg, zu Ehren des Pastors von Löhndorf und zu Ehren des neuen Junggesellenkönigs.

Der Parademarsch wird erst um 1870 in der Chronik erwähnt und ist damit der jüngste traditionelle Bestandteil der Kirmes.
Im Jahr 1893 wurde ein dem Verein 1784 von Johann Röhrig gestifteter Weingarten veräußert und der Erlös aus dem Verkauf dem Präsidenten Michael Geef ausgezahlt, der daher im Jahr 1902 eine neue Fahne aus „gutem Stoff“ anfertigen lassen konnte.

Das Vereinsleben in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts wurde von den beiden Weltkriegen überschattet. Zwar waren unter den Opfern der beiden Weltkriege auch Mitglieder des Junggesellenvereins, aber es gelang dennoch den Verein am Leben zu halten und insbesondere während der Zeit des Nationalsozialismus seine Identität zu wahren, auch wenn der Verein in dieser Zeit dem deutschen Schützenbund unterstellt wurde.
Nach dem Krieg wurde mit Rücksicht auf die Vorgaben der Besatzungsbehörden mit Hahnenköppen und Mailenchen-Versteigerung das Vereinsleben wieder aufgenommen. Erst ab 1950 wurde wieder das traditionelle Königsschießen durchgeführt. Die Kirmesveranstaltungen wurden damals in den Löhndorfer Gaststätten abgehalten.

Im Jahr 1953 konnte der Verein sein zweihundertjähriges Bestehen feiern und 1972 wurde die Kirmes erstmals in einem Festzelt veranstaltet, wodurch sich dem Verein neue finanzielle Möglichkeiten eröffneten. In der Folge wurde 2003 das 250-jährige Bestehen mit einem Festkommers auf dem Platz hinter der Alten Schule gefeiert, wozu eine neue Fahne erworben wurde, die im Rahmen des Jubiläumsfestes geweiht wurde.
Im Jahr 2011 wurde ebenfalls eine neue Schwenkfahne gekauft und an der Kirmes geweiht, da die Fahne von 1986 den Belastungen beim Schwenken nicht weiter ausgesetzt werden konnte.

Im zweihundertsechzigsten Jahr der Vereinsgeschichte hat sich der Verein weiterhin der Brauchtumspflege in Löhndorf verschrieben und zählt nunmehr viele Mitglieder, sodass er auch in Zukunft als ältester Junggesellenverein im Stadtgebiet Sinzig fortbestehen wird.